In dem Fach Sicherheit und Netze werden Schutzziele und Schutzmechanismen für die Kommunikation in Netzen behandelt. Im dritten Teil der Zusammenfassung wird erklärt, wie man die Echtheit von Dokumenten nachweist und wie digitale Signaturen funktionieren.
Skript-Anfang
01EinfuehrungSicherheitUndNetze – Seite 1
Skript-Ende
15SicherheitTransportschicht – Seite 51
Integrität und Authentizität von Dokumenten
Durch Öffnen von Programmen oder Dokumenten, die aus „unsicheren“ Quellen stammen, kann beträchtlicher Schaden entstehen. Schadsoftware kann Programme zum Ausspähen von Passwörtern, Trojanische Pferde oder Backdoors auf einem Computer installieren, oder ganz einfach Daten beschädigen oder löschen. Lassen sich Dokumente unbemerkt manipulieren können zum Beispiel Überweisungen von unberechtigten Personen durchgeführt werden.
Grundlagen
Wofür braucht man diese Schutzziele?
Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität sind eng verknüpft
Manipulation von verschlüsselten Daten → Verletzung der Integrität (Leslies Attacke)
Ausgeben als Absender → Verletzung der Authentizität
Die verwendeten Verfahren müssen auch nach vielen Jahren noch überprüfbar sein
Worin unterscheiden sich Fingerprint, Message Digest, Hash und MDC?
Es sind synonyme Begriffe für das gleiche Verfahren
Sie werden immer mittels kryptographischer Hashfunktionen umgesetzt
Kryptografische Hashfunktionen
Was sind Hashfunktionen?
Sie bilden Texte beliebige Länge auf Texte einer vorgegebene Länge ab
Sie komprimieren und vermischen den Inhalt eines Dokuments
Aus den Hashes kann das ursprüngliche Dokument nicht mehr zurück gerechnet werden
Mit unterschiedlichen Dokumenten dürfen keine gleichen Hashes erzeugt werden können
Welche Eigenschaften müssen Hashfunktionen erfüllen?
Abbildung fester Länge – h:{0, 1}m → {0, 1}n mit m > n
Einwegfunktion – Es darf nicht möglich sein aus h(m) ein passendes m zu finden
Kollisionsfrei – Es darf kein Paar m und m‘ geben, dass h(m) = h(m‘) ergibt (mit m‘ ≠ m)
Beispiele für Hashfunktionen und deren Länge
MD5 – 128 Bit
SHA-1 – 160 Bit
RIPE-MD-160 – 160 Bit
Merkle-Damgard-Schema
Was ist das Merkle-Damgard-Schema?
Eine Umsetzung von iterativen Hashverfahren
Die Hashfunktion wird blockweise angewandt statt n Zeichen zu akzeptieren
Wegen den Blöcken wird auch hier Padding benötigt (Blöcke nummeriert von 1 bis t)
Die Kompressionsfunktionen sind modifizierte Blockchiffren wie AES
Zu Beginn wird ein Initialisierungsvektor bzw. Start-Hash H0 benötigt
Das Ergebnis von h(m) ist Ht
Was ist der Message Integrity Check (MIC)?
Beispiel für eine iterative Hashfunktion nach Merkle-Damgard
Wird zur Sicherung der Integrität bei WPA2 genutzt
Setzt deshalb auch AES als Blockchiffre ein mit 128 Bit
Wird auch AES CBC-MAC (CBC Message Authentication Code) genannt
Die höchsten 64 Bit des letzten Ergebnisses ergeben den MIC
Message Digest in den ein Geheimnis integriert wird
Im Gegensatz zum MDC ist das Geheimnis nur Absender und Empfänger bekannt
Der MAC stellt also gleichzeitig Integrität und Authentizität sicher
Im Gegensatz zum MDC kann der MAC über den unsicheren Kanal übermittelt werden
Welche MAC-Verfahren gibt es?
Beim Präfix-MAC kommt der Schlüssel vor das Dokument
Beim Postfix-MAC kommt der Schlüssel ans Ende des Dokuments
Präfix und Postfix können kombiniert werden
Nested MAC (HMAC)
Was ist der Nested MAC?
Schlüssel und Dokument werden zusammen gefügt
Der Schlüssel wird mit dem intermediären Digest verbunden
Daraus wird der endgültigen Digest erzeugt
Was ist der Nested MAC?
Das Dokument wird in Blöcke der Größe b unterteilt
Dem geheimen Schlüssel wird mit führenden 0-Bits auf Länge b gebracht
Das Ergebnis von Schritt 2 wird per XOR mit der Konstanten ipad verknüpft
Der resultierende Block wird der Nachricht vorangestellt
Das Ergebnis von Schritt 4 wird gehasht, um einen n-bit Digest zu bilden (intermediate HMAC)
Der intermediäre HMAC wird mit führenden 0-Bits auf Länge b gebracht
Die Schritte 2 und 3 werden mit der Konstante opad wiederholt
Das Ergebnis von Schritt 7 wird vor den Block aus Schritt 6 gesetzt
Das Ergebnis von Schritt 8 wird gehasht um den endgültigen HMAC der Länge n zu erhalten
Digitale Signatur
Eine digitale Signatur, auch digitales Signaturverfahren, ist ein asymmetrisches Kryptosystem, bei dem ein Sender mit Hilfe eines geheimen Signaturschlüssels zu einer digitalen Nachricht einen Wert berechnet, der ebenfalls digitale Signatur genannt wird. Dieser Wert ermöglicht es jedem, mit Hilfe des öffentlichen Verifikationsschlüssels die nichtabstreitbare Urheberschaft und Integrität der Nachricht zu prüfen. Um eine mit einem Signaturschlüssel erstellte Signatur einer Person zuordnen zu können, muss der zugehörige Verifikationsschlüssel dieser Person zweifelsfrei zugeordnet sein.
Einsatz von digitalen Signaturen
Wofür braucht man Signaturen?
Sender und Empfänger authentisieren sich gegenseitig, damit niemand Schaden erleidet
Signaturen leisten also Integrität, Authentizität und Unwiderrufbarkeit
Worin unterscheiden sich also digitale Signaturen von MACs?
Der verwendete Schlüssel beim Signieren ist der private Schlüssel
Der Empfänger braucht nur den öffentlichen Schlüssel zum Prüfen der Signatur
Unterschiede zu konventionellen Signaturen
Was ist der Unterschied zwischen konventioneller und digitaler Signatur?
Konventionell
Digital
Ziel
Unwiderrufbarkeit
Form
Unterschrift oder Siegel
Digitale Signatur
Einbettung
Einheit von Dokument und Signatur
Getrennte eigene Datenstrukturen
Manipulierte Kopie
Schwer
Einfach
Unterscheidbarkeit
Einfach
Schwer
Informationsgehalt
Persönliche Handschrift
Geheimes Kennwort und Dokumentendaten
Beziehung
1:n (lose verbunden)
1:1 (untrennbar verbunden)
Verifizierung
Vergleich mit hinterlegter Unterschrift
Wird im folgenden erläutert
Signatur- und Verifikationsprozess
Wie ist der Ablauf des digitalen Signierens und Verifizierens?
Mehrere kennen das Geheimnis → Kein öffentlicher Einsatz
Nur einer kennt das Geheimnis → Öffentlicher Einsatz
Der Empfänger muss den Signaturalgorithmus kennen
Wer erstellt Signaturen?
Signaturen durch zentrale Autorität
Welche Voraussetzungen gibt es?
Einsatz von symmetrischer Verschlüsselung
Gruppe besteht aus den Mitgliedern Alice, Bob und Big Brother
Jedes Mitglied wählt einen symmetrischen Schlüssel KM
Alle Schlüssel werden sicher bei Big Brother abgeliefert
Big Brother ist vertrauenswürdig
Big Brother kennt die Schlüssel aller Teilnehmer
Niemand kennt den Schlüssel von Big Brother
Wie läuft es ab?
Alice will signierte Nachricht KA(B, RA, t, P) an Bob schicken
Big Brother entpackt diese Nachricht bei Empfang
Big Brother erzeugt eine Signatur KBB(A, t, P)
Big Brother schickt die Nachricht KB(A, RA, t, P, KBB(A, t, P)) an Bob
Bob entpackt die Nachricht und vertraut dem Inhalt
Bei Bedarf beweist Big Brother die Signatur vor Gericht
Welche Probleme gibt es?
Big Brother kann alle Nachrichten lesen
Big Brother könnte sich als jeder Teilnehmer ausgeben
Einfache Urheber-Signaturen
Welche Voraussetzungen gibt es?
Einsatz von asymmetrischen Verschlüsselungen wie RSA
Das gesamte Dokument wird dabei signiert (bzw. verschlüsselt)
Bedingung D(E(P)) = P = E(D(P))
Wie funktioniert es?
Alice wendet ihren privaten Schlüssel an
Alice wendet Bobs öffentlichen Schlüssel an
Alice sendet die Nachricht ab
Bob wendet seinen privaten Schlüssel an
Bob wendet Alices öffentlichen Schlüssel an
Bob erhält P (Nachweis, dass er der Empfänger und Alice der Absender ist)
Welche Probleme kann es geben?
Privater Schlüssel ist (angeblich) bekannt geworden
Schlüssel werden periodisch gewechselt (Alte Signaturen ungültig)
Asymmetrisches Verschlüsseln des kompletten Dokuments ist ineffizient
Effiziente Urheber-Signaturen
Wie funktioniert es?
Aus dem Dokument wird ein Message Digest erzeugt (Hashfunktion)
Statt des Dokuments wird der Digest mit dem privaten Schlüssel signiert
Herzlich willkommen! Ich bin Max, ein Informatiker mit über 15 Jahren Berufserfahrung. Hier teile ich meine Leidenschaften, Erlebnisse und Perspektiven. Ich lade dich ein, gemeinsam mit mir auf eine Entdeckungsreise zu gehen.
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